Starke Texte bei Schreibwettbewerb

Über 46 Einreichungen sind am Schreibwettbewerb des Marlen-Haushofer-Literaturforums in Gedenken an die grosse Steyrer Schriftstellerin eingegangen. Die preisgekrönten Nachwuchsautoren lasen im Kulturzentrum Akku ihre Texte grossteils selbst vor.

Unterstufenschüler reichten unter dem Motto „Katzengeschichten“ selbst verfasste Texte ein. Die Geschichten der Plätze eins bis drei erzählten von wilden Katzen, von Flüchtlingskatzen und von Zauberkatzen: Viona Knoll (1. Preis) und Nina Marie Pottfay (2. Preis) aus Steyr sowie Lilly Helen Weiss aus Linz (Platz 3) wurden dafür unter anderem mit Gutscheinen und einem signierten Buch des Steyrer Autors Till Mairhofer belohnt.

Erinnerungen
Mit 30 Einreichungen bildete die Unterstufe die deutlich grössere Teilnehmer-Gruppe. Die bestgereihten Texte aus der Oberstufe beeindruckten in ihrer Qualität aber nicht minder. Zum Thema „Meine Kindheit“ ging es darin etwa um den Verlust eines nahen Menschen, um unvergessliche Stunden mit der „Urli“ und unwiderstehliche Himbeeren. Die Preisträger Katrin Ellmer (Bad Ischl, 1. Platz), Mavie Lamm (Saxen, 2. Platz) und Katharina Schöngruber (Rossleithen, 3. Platz) erhielten unter anderem 100, 70 und 50 Euro Preisgeld.

Anerkennungspreise
Für acht weitere Einreichungen gab es Anerkennungspreise, darunter etwa für Henri Grillenberger aus Haidershofen, der erst die dritte Klasse Volksschule besucht und daher noch nicht alle Teilnahme-Bedingungen erfüllte, jedoch einen ungewöhnlich guten Text einreichte.

Vor allem Mädchen schreiben
Insgesamt war der Schreibwettbewerb weiblich dominiert: 38 Texte kamen von Mädchen. Die Jury bildeten Schriftsteller Till Mairhofer (Obmann des Haushofer-Literaturforums), die Vorsitzende des Steyrer Kulturausschusses Michaela Frech sowie die Germanistin Marlene Krisper, die Marlen Haushofer noch persönlich kannte, und Germanist Andreas Schnabl: „Wir waren von der Qualität der eingereichten Texte positiv überrascht. Die Entscheidung für die jeweiligen drei Siegertexte erfolgte aber einstimmig und bedurfte keiner langen Diskussion.“

Quelle: https://www.tips.at/

Zahlen, Daten, Fakten

  1. Wie viele Einsendungen gab es? 46, davon 38 weiblich und 8 männlich
    Kategorie A; „Katzengeschichten“ (für Unterstufenschüler/innen, also NMS und Gymnasium; ca.10 bis 14. Jahre): 30 Einsendungen, davon 24 weiblich, 6 männlich

    Kategorie B: „Meine Kindheit“
    (für Oberstufenschüler/innen, also AHS, BMS und BHS):
    16 Einsendungen, davon 14 weiblich, 2 männlich

    Ausserdem wurden in der Kategorie A 5 Anerkennungspreise (3 x weiblich, 2 x männlich) und in der Kategorie B drei Anerkennungspreis (2 x weiblich, 1 x männlich) vergeben.

    Fazit: Fast doppelt so viele Einsendungen bei „Katzengeschichten“. Die jüngeren haben mehr mitgemacht als die älteren. Und Bursche haben leider in weitaus geringerem Ausmass teilgenommen als Mädchen, vor allem in der Kategorie B. Gezielte Lese-“ und „Schreib“ förderung“ bei Burschen ist daher mit Sicherheit kein verkehrter Weg…

  2. Woher kamen die Einsendungen?
    Kategorie A: 13 aus Steyr und Umgebung; bei den anderen reichte der Wohnort von Altmünster über Gerasdorf und Linz bis Salzburg. (Direkt aus Steyr waren es 9.)

    Kategorie B: 4 aus Steyr und Umgebung (Garsten, Dietach etc.), bei den anderen reichte der Wohnort von Bad Hall über Ohlsdorf bis Bad Ischl. (Direkt mit Wohnort Steyr war es nur eine Einzige, aber der Schulort ist bei 6 der Einreichungen Steyr)

  3. Wer hat gewonnen?
    Kategorie A: Katzengeschichten
    1. Preis: Viona Knoll aus Steyr (Münichholz), besucht die SNMS Tabor, Geburtsdatum: 25.1.2006 mit dem Text „Der Spielzeugladen im Tannenwald“
    2. Preis: Nina Marie Pottfay aus Steyr (Gutenberggasse), besucht die 1. Klasse der NMS Rudigier mit dem Text „Mein Leben als Katze“
    3. Preis: Lilly Helen Weiss aus Linz, besucht die 2. Klasse eines Linzer Gymnasiums, Geburtsdatum 22.11.2007 mit dem Text „Sorry, Menschen“

    Die Preisträgerinnen erhielten Buchgutscheine in Höhe von 100, 70 und 50 Euro. Ausserdem, wie auch alle Anerkennungspreisträger/innen, ein signiertes Buch mit persönlicher Widmung von Till Mairhofer („Caro und Karoline“), eine Packung Katzenzungen sowie eine Urkunde und ein Sofortbildfoto als Erinnerung.

    Kategorie B: Meine Kindheit
    1. Preis: Katrin Ellmer aus Bad Ischl, besucht die 2. Klasse der Tourismusschule Bad Ischl, mit dem Text „Himbeeren“
    2. Preis: Mavie Lamm aus Saxen, besucht die 3. Klasse der HLW Perg, mit dem Text „Goldstaub und kaputte Hosen“
    3. Preis: Katharina Schöngruber aus Rossleithen, besucht die 3. Klasse einer HBLA, mit dem Text: „Sonnenaufgang Ende April“

    Die Preisträger/innen erhielten Preisgelder in Höhe von 100, 70 und 50 Euro. Ausserdem auch all das, was die Preisträger/innen der Kategorie A bekommen haben.

    Anerkennungspreise:
    Kategorie A:
    – Miriam Bauernfeind aus Biberbach mit dem Text „Meine Abenteuer“
    – Sophie Cocca aus Weisskirchen an der Traun (Text hatte leider keinen Titel)
    – Katharina Eder aus Gerasdorf mit dem Text „Katzenwelt“
    – Henri Grillenberger aus Haidershofen mit dem Text „Die verschwundene Katze“ (Henri besucht erst die 3.Klasse Volksschule!)
    – Moritz Schlöglhofer aus Behamberg mit dem Text „Ein neuer Fall für Sherlock Cat“

    Kategorie B:
    – Lukas Grafeneder aus Ennsdorf mit dem Text „Rundgang durch die Vergangenheit“
    – Antonia Hufnagl aus Ohlsdorf mit dem Text „Kopfkampf Kindheit“
    – Anna Sophie Mayr aus Maria Neustift mit „Meine Kindheit“

    Die Anerkennungspreisträger/innen beider Kategorien bekamen jeweils ein von Till Mairhofer signiertes Buch mit persönlicher Widmung („Caro und Karoline“), eine Packung Katzenzungen und eine Urkunde, außerdem einen Buchgutschein über 20 Euro sowie ein Sofortbildfoto als Erinnerung.

  4. Wer wurde zur Preisverleihung eingeladen?
    Alle Einsender/innen konnten Covid 19 bedingt leider nicht eingeladen werden, da pro Teilnehmer/in ja auch immer mit mindestens einer Begleitperson gerechnet werden musste (irgendjemand muss die Kinder/Jugendlichen ja „chauffieren“).

    Es konnten daher nur die Preisträger/innen jeweils mit den Eltern sowie die Anerkennungspreisträger/innen mit einer Begleitperson sowie Vertreter/innen der Presse eingeladen werden. Das tut uns natürlich sehr leid, weil wir so gerne ALLE Teilnehmer/innen eingeladen hätten, was sich in „Normalzeiten“ im AKKU auch wunderbar ausgegangen wäre. So konnten wir leider auch nicht Vertreter/innen der Schulen, der Politik etc. einladen.

    Allerdings erhalten alle Teilnehmer/innen von uns ein persönliches Schreiben sowie ebenfalls ein von Till Mairhofer signiertes Buch mit persönlicher Widmung („Caro und Karoline“).

  5. Wie ist die Preisverleihung abgelaufen?
    Begrüssung und kurze Infos zu der Zahl der Einreichungen
    Einführung in den jeweiligen Siegertext (vom dritten zum ersten Preis) der Kategorie A durch Lesepaten aus der Jury und Lesung der Texte durch die Preisträger/innen selbst (mit einer Ausnahme, wo die Preisträgerin wollte, dass ihr Text durch einen Lesepaten vorgetragen wird), Übergabe der Preise.

    Die Anwesenden wurden auf Getränke nach Wahl und Schokomuffins eingeladen. Ausserdem gab es für alle Kekse und Schokolade für den „Nachhauseweg“.

    Fazit: Wir waren beeindruckt davon, wie toll die Preisträger/innen ihre Texte vorgetragen haben!

  6. Wer sass in der Jury?
    – Till Mairhofer, Obmann des MH Literaturforums, Schriftsteller und Literaturpädagoge
    – Michaela Frech, Obmann-Stellvertreterin, „Halbgermanistin“ (dh eine Zeit lang so nebenbei Germanistik und PPP in Salzburg studiert)
    – Marlene Krisper, Mitglied MH Literaturforum, Germanistin, Verfasserin von Texten/Werken, u.a. zu Marlen Haushofer
    – Andreas Schnabl, Mitglied MH Literaturforum, Germanist

  7. Nach welchen Kriterien urteilte die Jury?
    Kreativität, sprachlicher Ausdruck, Stil, inwieweit wurde das Thema „getroffen“, Originalität, Wendungsreichtum etc. Auch das jeweilige Alter innerhalb der Kategorie wurde berücksichtigt. Es macht ja einen Unterschied, ob der Text von einem 10 oder 14Jährigen verfasst wird. Wir achteten auch darauf, dass der Text vom Kind selbst verfasst worden ist oder ob wir den Eindruck hatten, dass es da die Eltern besonders gut gemeint haben. (Falls wir einhellig der Auffassung waren, dass dem so ist, haben wir den Text nicht weiter berücksichtigt).
    Tippfehler, Beistrichfehler etc. waren kein Thema, so lange sich das „in einem vertretbaren Rahmen“ gehalten hat.

  8. Was ist das Fazit der Jury?
    Generell waren wir von der Qualität der eingereichten Texte positiv überrascht. Die Entscheidung für die jeweiligen drei Siegertexte ist aber einstimmig erfolgt und es bedurfte keiner langen Diskussion innerhalb der Jury. Das war sehr eindeutig! (Die Texte wurden von uns „im jeweiligen stillen Kämmerlein“ gelesen und bewertet und erst dann haben wir uns in der Jury darüber ausgetauscht.

    Da es Texte gegeben hat, die zwar aus unserer Sicht nicht an die Siegertexte herangereicht haben, sich aber von den anderen Einreichungen doch aufgrund unterschiedlicher Kriterien besonders positiv hervorgetan haben, wurden in Summe 8 Anerkennungspreise vergeben. U.a. an Henri Grillenberger, der ja erst in die 3. Klasse Volksschule geht und damit laut Teilnahmebedingungen nicht teilnehmen hätte dürfen, aber einen für sein Alter wirklich ungewöhnlich guten Text verfasst hat. Oder Miriam Bauernfeind, die gleich zwei Geschichten eingereicht hat. Oder Moritz Schlöglhofer, der in seinem Text eine Katzenzeichnung eingefügt hat etc.

    Till Mairhofer, (der Covid 19 bedingt leider nicht an der Preisverleihung teilnehmen konnte), dazu:„Das hohe Niveau der Einreichungen zeigt, dass auch die Jugend nicht aufgehört hat zu erzählen!“

Text “Zahlen, Daten, Fakten” sowie Fotos (von Belinda Kastlunger) wurden freundlicherweise zur Verfügung gestellt von: Michaela Frech, Obmann-Stellvertreterin Marlen Haushofer Literaturforum.

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